Gesichter der Kaiserbäder – Dieter Köppen aus Bansin


Gesichter der Kaiserbäder – Dieter Köppen aus Bansin

Der Wind ist lau heute morgen und die Ostsee liegt wie ein großer, sanftmütiger See. Es ist menschenleer hier, nur ein kleines Boot bewegt sich langsam auf das Ufer zu. Darin ein Mann allein, die breiten Hosenträger über den Wollpullover gezogen. Er rudert. Ungewöhnlich für einen Fischer. Und doch landet er eine kleine Kiste mit Flundern an und trägt sie in einen Handwagen, der am Strand auf ihn wartet. Er lächelt freundlich, als ich ihm helfe, sein Boot an den Strand zu ziehen. Und auch, als ich ihn um ein Foto bitte.

Dieter Köppen ist 77 Jahre alt und Zeit seines Lebens mit dem Meer verbunden. Als Kind sah er von Misdroy aus auf die Swinemünder Bucht. Kurz vor Kriegsende floh seine Familie nach Bansin. Er wurde Fischer, dann Segler, war bei der Seebaggerei und später wieder Fischer. Und noch heute, längst Rentner, zieht es ihn hinaus auf die See. Das große Boot, das er einst besaß, hat er gegen ein Ruderboot getauscht. Seinen Fang lässt sich nur noch die Familie schmecken. Hundert Meter Netz darf der haben und hundert Haken. Mehr nicht, sagt der Staat. In den Dünen hat er einen kleinen Fischerkaten, so wie es immer war. Fischerkaten von Dieter Köppen

Es gibt 2 Kommentare

Dein Kommentar
  1. 1
    Axel W. Heuer

    Sorry, aber auf Wollin gab es nur ein Misdroy, kein Mistroy !!
    Und wenn ich gerade dabei bin: Fischerkaten schreibt sich ohne „r“.
    Ansonsten : schönes Bild von Fischer Dieter Köppen, den ich schon als kleiner Junge gekannt habe!!

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