Lyonel Feininger in den Kaiserbädern


Lyonel Feininger in den Kaiserbädern

geschichte_kaiserbaeder_usedom_heringsdorf-4Wir schreiben das Jahr 1908. Heringsdorf war zu einem mondänen Luxusbad herangewachsen und weithin als „Nizza der Ostsee“ bekannt. Über 15.000 Gäste verbrachten ihre Sommerferien hier. Der Ort strotze vor herrlichen Bauten. Neben den privaten Villen reicher Leute aus der Wirtschafts- und Finanzbranche gab es die Seebrücke, das Kurhaus, das Strandkasino, mehrere Badeanstalten und ein Warmbad. Gerade wurde die Bismarckwarte (91m) auf dem Präsidentenberg fertig gestellt und eine pompöse Rennbahn in den Wiesen vor Gothen errichtet.
Heringsdorf war angesagt, als Lionel Feininger am 17. Mai des gleichen Jahres in der Delbrückstraße eintraf. In seinem Notizblock notierte er dazu: „Der Tag, an dem wir das erste Mal in Heringsdorf waren zur Miete bei Zanders.“ Dazu zeichnete er ein angewinkeltes Bein, das gerade dabei war, einen Fuss auf die Insel zu setzen. Feininger hatte seinen Sommerwohnsitz in Baabe voller Unbehagen verlassen: „Lauter Neues, lauter Villen, Hotels, Rasierbuden, Waschküchen etc.“ Und nun verschlug es ihn ausgerechnet nach Heringsdorf.
Er sollte die kommenden Jahre immer wieder auf Usedom anzutreffen sein. Aus dem lebendigen Heringsdorf jedoch verschlug es ihn bald ins ruhigere Achterland. Dort bewegte er sich größtenteils mit dem Fahrrad fort. Er war passionierter Radler und brachte es auf fast 10.000 km im Jahr. Immer mit dem Skizzenblick unterwegs malte er Landschaften, Mühlen und Kirchen und hinterließ auch einige Werke aus dem Kaiserbädern.
3k-geschichte01_01Wer sich heute auf seinen Spuren durch Heringsdorf, Ahlbeck und Bansin begibt, findet 8 Malpunkte, die mit in den Boden eingelassenen Plaketten gekennzeichnet sind. Dazu gehören natürlich die Kaiser-Wilhelm-Brücke, von der aus er Menschen, Schiffe und die Swinemünde Bucht malte, und die schöne Villa Oppenheim, die heute wieder in ganzer Pracht erstrahlt. An den Stränden von Ahlbeck spielte er mit Perspektiven und variierte den Blickwinkel auf Strand, Meer und Himmel.

„Papileo auf Usedom“ heißt das Buch zur geführten Feininger-Radtour über die Insel Usedom. Hier findet sich Interessantes zu Feininger und seinen Malorten, wunderbar ergänzt durch Bilder von Skizzen und Werken des Malers. Weitere Information gibt es hier: www.papileo.de

 

 

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