Gesichter der Kaiserbäder – Andrea und Matthias Reink in Bansin


Gesichter der Kaiserbäder – Andrea und Matthias Reink in Bansin

Usedom, Nieselregen, Temperaturen ein wenig über null. Ich ziehe meinen Kragen etwas höher und lasse dem Hund seine Zeit an der Straßenlaterne. Ich bin auf dem Weg zu Andrea und Matthias Reink, die in der Seestraße in Bansin einen kleinen Laden besitzen, der gleichzeitig die Poststelle des Seebades ist. Wann ich käme, wäre ihnen egal. Sie seien immer da und zu dieser Jahreszeit wäre nicht viel los. Eine Glocke klingelt über mir, als ich die Tür öffne und eintrete. Mutter und Sohn stehen hinter dem Verkaufstresen und lachen. Ihre typische Begrüßung und so wohltuend bei diesem Wetter. Solange ich die beiden kenne, grüßen sie mit einem Lächeln. Womit sie sich die Zeit vertreiben, wenn wie jetzt wenige Gäste auf der Insel sind, will ich wissen. Mit Kniffeln, sagt Andrea Reink schmunzelnd und schüttelt den Würfelbecher.
Seit 2008 betreibt sie gemeinsam mit ihrem Sohn den Laden „Alles bei Claus“. Auch wenn bei ihnen niemand Claus heißt und der Name noch vom Vorbesitzer stammt, sie wollten ihn nicht ändern. Sie bieten hier von Montag bis Samstag Zeitungen, Karten, Tabak, Souvenirs, Getränke, Lotto und Postdienstleistungen an. Sonntags wird ausgeschlafen.
Ich frage nach Anekdoten, die sie erlebt haben oder Dinge, nach denen Menschen immer wieder fragen. Matthias Reink bückt sich und versucht mit einem Leckerli die Sympathie meines Hundes zu wecken. Dann sagt er, es gäbe tatsächlich immer wieder Leute, die nach Schnürsenkeln fragen. Wo doch nebenan ein Schuhladen sei. Wir lachen. Der Hund wedelt mit dem Schwanz. Ich habe den Eindruck, sie genießen die ruhigeren Monate. Und es sei ihnen gegönnt, denn es dauert nicht lange und die Glocke über der Tür steht wieder nicht mehr still.

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