Die Kaiser-Wilhelm-Brücke


Die Kaiser-Wilhelm-Brücke

Heute ein Gastbetrag von Vanessa Grundig (Schülerin der 9. Klasse der Europäischen Gesamtschule Insel Usedom):

Auf der Sonneninsel Usedom befindet sich die längste Seebrücke Deutschlands. Sie steht im bekannten Seebad Heringsdorf und ist ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen. Jedoch ist die heutige Brücke nicht das Original. Ihre Vorgängerin war die Kaiser-Wilhelm-Brücke. Nachdem am 4. Juni 1879 Heringdorf vom deutschen Kaiser zum Seebad ernannt worden war, wurde Heringsdorf offiziell geadelt. Da es viel zahlungskräftige Kundschaft auf die Insel zog und die Elite aus Berlin zu den Gästen von Heringsdorf zählte, brauchte man eine repräsentative Seebrücke. So wurde diese 1891-1893 erbaut und nach dem deutschen Kaiser, der wohl seinerzeit der bedeutendste Urlauber war, benannt. Sie war eine 500 Meter lange, aufwendige Holzkonstruktion, die mit Türmchen und Kolonnaden gestaltet war. Außerdem beherbergte sie damals wie heute viele Geschäfte und Restaurants. Auch ein Anleger für Küstenpassagierschiffe wurde 1903 errichtet, die sogenannte ODIN-Brücke. Nach dem 2. Weltkrieg, der 1945 endete, wurde die Brücke kaum noch genutzt oder gepflegt. Sie wurde wie viele andere Seebrücken auch zum Opfer von Naturgewalten. 1954 brannte durch Brandstiftung die marode Holzkonstruktion wasserseitig ab. Nur 4 Jahre danach wurde dann auch noch der Rest der Brücke durch ein Feuer vernichtet. Ab diesem Zeitpunkt war das einstige Wahrzeichen von Heringsdorf nur noch Geschichte. Da in der DDR keinen großen Wert auf einen Neubau gelegt wurde, gab es über 40 Jahre keine neue Brücke. Erst in den 90iger Jahren entdeckte Heringsdorf den Reiz der Seebrücke wieder. So wurde dann im Juni 1995 die neue Seebrücke eingeweiht. Neben ihr ragen noch die letzten Reste der alten Brücke aus dem Wasser.

Historische Ansichten aus dem Archiv von Hans-Jürgen Merkle.

Die Kaiser-Wilhelm-Brücke

 

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