Die Geschichte des Weißen Schlosses


Die Geschichte des Weißen Schlosses

Die Geschichte schreibt das Jahr 1818, als Oberforstmeister Georg Bernhard von Bülow, Besitzer des Ritterguts Gothen, und sein Bruder beginnen, einzelne Waldstellen auf ihren Ländereien zu lichten und die gewonnenen Bauplätze zu verkaufen, die von Büdnern erworben werden. Dieselben sind es auch, die Fischerhütten errichten, in denen die gefangenen Heringe eingesalzen und verpackt werden; es entsteht eine Fischerkolonie an der Küste.

Zwei Jahre später erhält eben diese Kolonie den Namen „Heringsdorf“ vom Kronprinzen und späteren König Friedrich Wilhelm IV, der mit seinem Vater, König Friedrich Wilhelm III., eine Pommernreise unternimmt und für das nun ehemalige Fischerdorf wichtige Geschichte durch die Namensgebung schreibt.

Bernhard von Bülow ist es, der ein Gesellschaftshaus und dann ab 1824 drei Logierhäuser in Heringsdorf errichten läßt, wovon heute leider nur noch das „Weiße Schloss“, das 1825 erbaut wurde, erhalten ist. Zu finden ist es auf dem „Kulm“, einem 34m hohen Sandberg. Es gilt als das erste Gästehaus für den aufkeimenden Bädertourismus überhaupt. Kein geringerer als Karl Friedrich Schinkel ist es, der das Bülowsche Logierhaus architektonisch konzipiert und mit dem ihm eigenen wunderbaren klassizistischen Stil versieht.

Kurz danach folgen eine Seebadeanstalt und ein Haus für warme Bäder. Als Eigentümer steht von Bülow selbstverständlich frei zu bestimmen, welche Badegesellschaft eine neue Seebadeanstalt erhält. Klar ist – die Entwicklung des noch jungen Seebad Heringsdorfs wird nachhaltig durch Herrn von Bülow bestimmt.

Der Reichsgraf von Stolberg-Wernigerode aus dem Haus Peterswaldau erwirbt 1859 Gothen mit Heringsdorf und damit auch das „Weiße Schloss“. Ab 1866 residiert hier eure Hoheit Kronprinzessin Victoria von Preußen mit ihren Söhnen Wilhelm und Heinrich; der preußische Kronprinz Friedrich kommt nach dem Ende des Deutschen Krieges dazu. Ein Jahr später bewohnt die Witwe des Reichsgrafen das Logierhaus selbst.

Es vergehen viele Jahre, in denen das „Weiße Schloss“ Geschichte schreibt. So verbringt Anfang der 1920er Jahre Kurt Tucholsky zweimal seine Ferien hier. Zu DDR-Zeiten wird das Haus zeitweise Ferienheim des ZK der SED und danach bis 1989 von der SED-Kreisparteischule genutzt. Nach der Wiedervereinigung 1989 saniert man das Bauwerk wunderbar und stellt es unter Denkmalschutz. Genutzt wird es seitdem wieder als Hotel.

Foto: wikipedia.org

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