Die Kirche von Ahlbeck


Die Kirche von Ahlbeck

Mitten im Herzen von Ahlbeck steht er – der neugotische Backsteinbau von 1895. Na, wissen Sie es schon? Genau, die Ahlbecker Kirche ist gemeint. Die Geschichte schreibt das Jahr 1865, als Johann Koch, Kantor und Lehrer und selbst seit 1847 in Ahlbeck ansässig, ein Komitee zur Erbauung eines evangelischen Gotteshauses gründet. Ein wichtiges Ereignis, denn in Ermangelung einer eigenen Kirche müssen sich die Ahlbecker nach Heringsdorf oder Swinemünde wohl oder übel auf den Weg machen, wenn sie zum Gottesdienst wollen. Klar, dass Einwohner und auch Badegäste geduldig Gelder sammeln, um diesen Traum zu verwirklichen. Am 1.Juni 1894 ist es dann soweit – der Grundstein wird gelegt. Ein wichtiges und schönes Ereignis, den der gedankliche Vater aber leider selbst nicht mehr erlebt. Kein geringerer als der Königliche Regierungsbaumeister Werner plant den Kirchenbau, so dass am 29.8.1895 bereits die Einweihung gefeiert werden kann.

Die Ahlbecker Kirche präsentiert sich mit einem hölzernen spitzen Tonnengewölbe, das an den Längs- und der Westseite eine hölzerne Empore hat. In deren Mitte befindet sich ein Ölgemälde von 1900, das Johann Koch zeigt. Es ist mit Th. Ziegler signiert und wahrscheinlich eine Arbeit von Theodor Ziegler aus Berlin.

Den gesamten Innenraum zieren Ornamente, die aber bei der Renovierung zwischen 1970 und 1975 einfach weiß übermalt wurden. Aus dem Gründungsjahr 1895 stammt die Orgel mit fünfzehn Registern und zwei Manualen der traditionsreichen deutschen Firma Grünberg, die bis 1945 in Stettin ansässig war. Diese belieferte den gesamten Ostseeraum bis in Baltikum mit romantischen Orgeln. Insgesamt sollen es 700 gewesen sein, die größte steht noch heute in der Dreifaltigkeitskirche in Liepaja (Lettland). Die Fabrikantenvilla ist in Stettin übrigens noch zu finden.

Ebenfalls aus der Erbauungszeit stammt das Innendekor, das sich auf den Altar und das Kreuz aus Sandstein konzentriert. Drei Buntglasfenster im Jugendstildekor prägen die Apsis des Gotteshauses. Leider nicht mehr original sind die drei Glocken; sie wurden 1956 durch stählerne ersetzt.

Wie viele andere auch, erlitt die Ahlbecker Kirche Schäden während des Zweiten Weltkrieges an Dach und Fenstern, so dass Feuchtigkeit eindringen konnte. Zwischen 1970 und 1975 wurde neben der o.g. Renovierung sechs Jahre später das Dach mit Schiefer neu gedeckt, der Dachstuhl saniert und der Innenraum erneut weiß gestrichen.

Wer heute die Ahlbecker Kirche besucht, kommt in ein freundliches Gotteshaus mit besonderem Charme. Vielleicht liegt es an den beiden Kronleuchtern und dem Votivschiff, welches von den Ahlbeckern Fischern liebevoll gestiftet worden ist? Das herauszufinden ist ganz einfach, gehen Sie doch mal vorbei und entscheiden Sie selbst….

Weitere Infos: www.kirche-auf-usedom.de
Foto © Dietmar Pühler – www.presse-usedom.de

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