Gesichter der Kaiserbäder – Kerstin Wollin


Gesichter der Kaiserbäder – Kerstin Wollin

Es duftet fantastisch, so richtig zum Anbeißen. Das muss frisch geräucherte Wurst sein, die magisch jeden Vorübergehenden an der Nase packt und ins Ladeninnere befördert. Völlig verwirrend für die Sinne, denn in Anbetracht dieser ganzen leckeren Dinge, weiß man nun plötzlich gerade gar nicht, was gekostet werden soll; am Besten ein wenig von allem.

Na, schon erraten, wo wir uns befinden? Genau, in der traditionsreichen Fleischerei Wollin in der Heringsdorfer Friedensstraße. Dort lächelt Kerstin Wollin, die hinter der Theke steht und auf ihre Kundschaft wartet. Als gebürtige Insulanerin absolvierte sie auch auf der Insel ihre Ausbildung und gründete mit Jens Wollin eine Familie. Klar, bei soviel erfolgreicher Tradition liegt es nahe, dass alle Familienmitglieder damit verwurzelt sind. Immerhin wurde der Betrieb von Jens` Urgroßvater Emil Schröder gegründet und von Tochter Charlotte und Schwiegersohn Ernst Wollin bis 1971 weitergeführt. 1971 übernahm ihn dann Sohn Klaus, der immer modernisierte und erweiterte. Seit 2007 führen Jens Wollin und Frau Kerstin den Betrieb nunmehr in vierter Generation, d.h. dieses Jahr sind es bereits 10 Jahre! „Ich liebe meine Tätigkeit“, sagt Kerstin Wollin und strahlt. Immer freundliche Kunden und dass eigentlich alles so bleiben kann wie es ist sind Wünsche, die erraten lassen, dass die Wollins alles richtig gemacht haben. Davon zeugt auch der gut gefüllte Tresen, hier sitzen etliche Leute, und sprechen dem hausgemachten Imbiss reichlich zu. Hier kommen 99% der Produkte, die in den modernen Geschäften (auch in Neuhof) angeboten werden aus der eigenen Herstellung und sind weitestgehend frei von allergenen Zusatzstoffen, Gluten und Glutamat.

Wie das möglich wird? Durch die eigene artgerechte Haltung und Fütterung (hofeigenes Futter) und der Schlachtung wird eine direkte Einflussnahme auf die Qualität genommen; kurze Transportwege und eine schonende, dem Tierwohl verpflichtete Schlachtung ist dabei genauso wichtig wie Herstellung der Endprodukte. Das ist ein hoher Anspruch, den die Wollins pflegen und dies fand auch EU-weit Anerkennung, denn ihr Betrieb ist der erste EU-zugelassene Schlacht-, Zerlege und Verarbeitungsbetrieb in Mecklenburg-Vorpommern. Einfach Spitze finden wir und überlegen immer noch…was nehme ich denn jetzt, Salami oder Schinken?

Foto © Mandy Knuth

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