Man spürt förmlich die Präsenz des Glanzes und des Kaisers – Die Seebrücke Ahlbeck


Man spürt förmlich die Präsenz des Glanzes und des Kaisers – Die Seebrücke Ahlbeck

Kennen Sie DAS Wahrzeichen der Insel Usedom? Die Filmkulisse für Loriots „Papa ante portas“ strahlt in der Sonne in frisch saniertem Glanz. Ein schmuckes rotes Dach, grüne Türmchen und strahlend weiß präsentiert sie sich stolz am Strand von Seebad Ahlbeck – die historische Seebrücke. Sie kann viel erzählen aus 100 Jahre aktiver Bädergeschichte. Von den Strandcafés, Familienbädern, Trinkhallen, Spielcasinos und Seebrücken vergangener Zeiten ist nur sie noch geblieben. Können Sie sich vorstellen, Menschen, die in all den Jahren hier promenierten, von den Malern, die ihre Staffeleien aufgebaut hatten, sich inspirieren ließen und malten, von den Schriftstellern, die begeistert ihren Ideen freien Lauf ließen und schrieben und natürlich von den Liebespaaren, die sich hier trafen, unendlich viele Geschichten.

Unsere Ahlbecker Seebrücke ist DAS Wahrzeichen der Insel Usedom, klar, bei soviel liebevoller Aufmerksamkeit, die ihr gewidmet wird.

1824 wird die erste Badesaison auf Usedom in Swinemünde eröffnet, etwas später folgten Heringsdorf und Ahlbeck. Der Bau der Seebrücke beginnt 1882 mit der Errichtung einer hölzernen Plattform und einem 170m langen Seesteg. An der Außenküste Usedoms gibt es keine Häfen, darum erfolgt 1898 die Errichtung eines Seesteges mit Schiffsanleger. Auf der Plattform entstehen zwei gegenüberliegende Holzbauten, die als Restaurant und Bühnenteil dienen. Tische und Stühle stehen damals noch unter freiem Himmel; stellt euch vor, wie romantisch das an lauen Sommerabenden gewesen sein muss.

Die beiden Aufbauten wurden kurz nach der Jahrhundertwende miteinander verbunden; die Plattform und die Zugänge zu Strand und Promenade werden verbreitert und weil die „Brücke“ inzwischen zu einer beliebten Flaniermeile geworden ist, wird ringsherum ein Wandelgang angelegt. Der Erhalt der Seestege wird für die Badeorte immer mehr zu einer finanziellen Belastung. Erst 1926, als die Gästezahlen nach den Inflationsjahren wieder steigen, bedeckte man den offenen Mittelteil der Seebrücke mit Segeltuch. 1930 wird dies durch Holz ersetzt, so dass sie ihre heutige Gestalt erhält.

In dem harten Winter 1941/42 zerstört starker Eisgang den Schiffsanleger, dennoch bleibt die historische Anlage, das Wahrzeichen des Seebades, erhalten, auch wenn der Anleger nicht wieder aufgebaut wird. 1952 wird die Gaststätte nach ersten Instandsetzungsarbeiten wiedereröffnet.

Während der DDR-Zeit war die Brücke komplett in brauner Farbe gestrichen. 1970 bis 1973 tauschte man die hölzernen Träger gegen die noch heute vorhandenen Stahlträger aus und sicherte so den Erhalt der Brücke; sie wird unter Denkmalschutz gestellt.

Der Seesteg wurde 1993/94 neu errichtet und ist stolze 280m lang.

Im Winter 1997 wurde endlich das Innenleben der „Brücke“ neugestaltet. Seitdem präsentiert sich den Gästen ein Restaurant mit einmaligem Charakter und viel maritimen Flair. Man spürt förmlich die Präsenz des Glanzes und des Kaisers, als er hier zu Gast war. Man kann also auch heute noch in dem wunderschönen Restaurant schwelgen und genießen.

Diese grandiose Kulisse, Seebrücke und Meer diente nicht nur Loriot 1991 als Kulisse, sondern war auch Schauplatz  in „Die Russen kommen“ 1968 und 1999 bei dem Vierteiler „Jahrestage“.

Und sogar im Ausland nutzt man das Seebrücken-Motiv: für den Eurovision Song Contest 2011 wurde die Postkarte für den albanischen Beitrag auf der Seebrücke Ahlbeck gedreht.

Da staunen Sie? Können Sie auch, denn an der Schönheit dieses Insel-Juwels kann sich so schnell nichts und niemand messen. Glauben Sie nicht? Ja dann – Sie finden die Seebrücke 24 Stunden am Tag im Seebad Ahlbeck, kommen und staunen Sie selbst!

Kaiserbäder Usedom Seebrücke Ahlbeck

Historisches Foto: Archiv Hans-Jürgen Merkle
Foto: Mandy Knuth

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