Vom Leben und Schreiben der Donna Leon


Vom Leben und Schreiben der Donna Leon

Kennen Sie Venedig? Die Stadt der Liebe und der Gondoliere und…des sympathischen Comissario Guido Brunetti? Klar, dann kennen Sie auch seine literarische Erfinderin-Donna Leon.
Geboren wurde Donna Leon am 28. September 1942 in New Jersey, wo sie auch ihr Universitätsstudium absolvierte. Seit sie 1965 eine Freundin nach Italien begleitete, lebt sie ständig im Ausland, dabei setzte sie zunächst in Perugia und Siena ihr Studium fort. Dann arbeitete sie als Reisebegleiterin in Rom, als Werbetexterin in London, unterrichtete an amerikanischen Schulen in der Schweiz, im Iran, in China und in Saudi Arabien. Venedig wurde 1981 ihre Wahlheimat. Dort vermittelt die Schriftstellerin ihren Studenten auch heute noch Englische und Amerikanische Literatur, arbeitet in Vicenza in der Nähe eines US-Luftwaffenstützpunkts bei Venedig, an der Universität von Maryland. Sie lebt alleine und unabhängig, widmet ihr Leben ganz dem Schreiben.
In ihren Romanen prangert sie die korrupten, politischen Verhältnisse Italiens an, beschäftigt sich aber auch mit anderen Missständen und Umweltproblemen. Ihr geht es dabei nicht um die Darstellung von Gewalt, sondern um die feinen Nuancen der Kritik, bei der das idyllische Familienleben der korrupten Welt gegenübergestellt wird.
Zu ihrem Erstlingswerk kam Donna Leon über ihre Leidenschaft für die Oper. Während des Besuchs einer Probe im venezianischen Opernhaus »La Fenice« ereiferte sich ihr Begleiter: »Ich könnte den Dirigenten umbringen! « – »Ich machs für dich, aber in einem Roman«, beruhigte sie ihn. Beide kundschafteten das Haus aus, um mögliche Fluchtwege für einen möglichen Täter zu finden, und Donna Leon erfand in diesem Zuge Commissario Guido Brunetti, um jenen zu fassen. Das Resultat war Venezianisches Finale. Für diesen Roman erhielt sie 1991 Japans renommierten Suntory-Preis. Bisher hat Donna Leon seit ihrem ersten Roman jedes Jahr ein Buch geschrieben.
Sie führt mit ihren Krimis rund um den sympathischen Commissario Brunetti stets die deutschen Bestsellerlisten an. Weil die Romane in Venedig spielen und Donna Leon nicht möchte, dass die Venezianer sie aufgrund ihrer Kritik an der italienischen Gesellschaft ausgrenzen, dürfen ihre Bücher nicht ins Italienische übersetzt werden.
Sie möchte, dass die Leute, mit denen sie lebt, ihr unvoreingenommen begegnen können.
In einigen ihrer Romane wird auch ohne das Nennen von Namen genau sichtbar, wer hier in Frage gestellt wird. Ihr Blick ist durch ihre amerikanische Herkunft neutral und ohne Patriotismus auf Italien gerichtet. Sie kann unabhängig und offener über die Umstände sprechen. Auch wird in ihren Werken gerade die Liebe zu Venedig deutlich.
Die Figur des Kommissars war zu der Zeit seiner Erfindung ganz neu in der Krimibranche. Er besticht nicht durch rüpelhaftes oder extravagantes Verhalten, sondern ist der einfache Familienmensch, der das Böse in der Welt bekämpfen möchte. Er zeigt menschliche Wärme, hat Humor und Einfühlungsvermögen. Seine Schritte führen ihn durch Venedig, so dass gerade diese ganz besondere Atmosphäre großartig zur Geltung kommt. Alle Romane der Schriftstellerin handeln an Schauplätzen, die real und detailgenau beschrieben sind, dass sie von Lesern und Fans wiedergefunden werden können.

Wir freuen uns sehr auf diese interessante Frau und Künstlerin, die schon wiederholte Male auf der Insel zu Gast war und ihre Liebe zu Usedom bekundet. Das finden wir toll und hoffen, dass unser Eiland noch viele Inspirationen liefert.

Während der diesjährigen Usedomer Literaturtage, die noch bis Samstag andauern, ist Donna Leon zweimal zu erleben.

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