120 Jahre Seebad Bansin – Was für eine Geschichte


120 Jahre Seebad Bansin – Was für eine Geschichte

Unglaublich, aber wahr – Bansin wird 120 Jahr; das Kleinste der drei Kaiserbäder ist Geburtstagskind. Das wollen wir natürlich feiern und würdigen, denn schließlich können wir stolz auf ein Stück Geschichte zurücksehen.

Der Ortsfremde möchte es kaum glauben, dass vor 37 Jahren von allem, was Seebad Bansin darstellt, nichts, aber auch nichts vorhanden war. Acker- und Weidland, den Bauern von Dorf Bansin gehörig … der Weg, der durch dies Gelände zum Strande führte, war in einem elenden Zustand, sandig, steinig, oft ausgespült … Im Herbst 1896 schritt man zur Tat. Wie staunten die Bewohner des Hinterlandes, als mit dem Bau von vier Häusern zugleich begonnen wurde. An Spöttern und Warnern mag es nicht gefehlt haben … brachte es die neu entstandene Badekolonie im ersten Sommer 1897 bereits auf 287 Gäste … (Hugo Kummert in P.A. Rolfs, Die Insel Usedom, Swinemünde 1933).

…wie alles begann, das war wohl 1256, als „Banzin“ (Klempin) und „Banzino“ (PUB II Nr. 630) das erste Mal urkundlich erwähnt wurden. In der Urkunde bezeugt Herzog Barnim I. den Tausch eines Dorfes des Klosters Grobe im Land Usedom mit einem im Land Lassan. Eine frühere Nennung des Ortes stammt aus dem Jahr 1111 als „Banzyno“ in den Annalen des Klosters von Grobe/Pudagla. Die Jahreszahl 1111 ist bislang aber nicht plausibel, die Matrikel des Klosters sind erst in der Amtszeit von Abt Heinrich IV. (1394 bis 1434) entstanden, werden aber nach dem Original im Landesarchiv Greifswald für den Zeitraum 1111 bis 1440 angegeben. Der damalige Name Banzin ist wendischen Ursprungs. Der Name wird als vom Stamm gedeutet, auch Hummel oder Brummer sind möglich.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gab es auf dem heutigen Gemeindegebiet nur 3 Wohnplätze: Sallenthin (Alt), Bansin (Dorf) und Sellin. Bis 1835 (lt. PUM = Preuß. Urmesstischblatt) kam noch die Kolonie Sallenthin (Neu) hinzu. Ende des 19. Jahrhunderts begann der Bäderbetrieb und Bansin-Seebad wurde angelegt. Als 1911 die Bahnstrecke von Heringsdorf nach Wolgast-Fähre gebaut wurde, nahm dann der Ausbau Bansins erheblich zu. 1920 waren dann die oben genannten Wohnplätze als noch eigenständige Orte in der MTB 1920 (Preuß. Landesaufnahme) verzeichnet.

Wie jeder weiß, gehört das Seebad Bansin zu den drei Kaiserbädern der Insel Usedom. Es wurde 1897 eigens zu Zwecken des Badebetriebes gegründet. Davon zeugen noch viele Villen im Stile der Bäderarchitektur, die zunächst durch Einheimische und später durch zugewanderte Unternehmer errichtet wurden.

Grund für diesen Bauboom war die in Deutschland erwachende Badekultur, für die der breite und weiße Sandstrand sehr gute Voraussetzungen bot. Der Berliner Hühneraugenoperateur Emil Wichmann, der Sallenthiner Schriftsteller Ernst Necker[3], der Lehrer und der Gastwirt des Dorfes zählen zu den Gründern des Seebades. Sie erbauten auch die ersten Badeanstalten (getrennt nach Damen-, Familien- und Herrenbad). Die ersten Gäste kamen vornehmlich aus dem benachbarten Heringsdorf, aber bald wurde der Bau von eigenen Hotels und Pensionen erforderlich.

Der neue Badeort wurde so gut angenommen, dass der Kaiser schon 1901 die kommunale Selbständigkeit und somit die Abspaltung vom Dorf Bansin bescheinigte. Die neue Souveränität wurde dann 1903 mit dem Bau des Gemeindeamtes und des Warmbades dokumentiert. Als am 31. Mai 1911 Bansin an das Eisenbahnnetz angeschlossen wurde, hatte dies eine Verfünffachung der Besucherzahlen zur Folge. Die auch als Badewanne Berlins bezeichnete Ortschaft war dadurch in weniger als drei Stunden von der Hauptstadt aus erreichbar. Aus diesem Grunde zählten Berliner immer zur wichtigsten Klientel unter den Badegästen.

Die Gemeinden Dorf Bansin, Sallenthin und Sellin wurden am 1. Juli 1950 in die Gemeinde Seebad Bansin eingegliedert.

Am 1. Januar 2005 wurden die drei Ostseebadeorte Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin, die bisher selbständige Gemeinden waren, zur Gemeinde Dreikaiserbäder zusammengeschlossen und am 1. Januar 2006 wurde in Heringsdorf umbenannt.

Jeder ist eingeladen, mit uns vom 12. bis 14.05.2017 das 120-jährige Bansin zu feiern, sich zu erinnern, Geschichten zu erzählen und auch von morgen zu träumen….herzlich willkommen.

Mehr Infos zum Fest gibt es hier

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