Baltic Lights 2022 – Live dabei!

Lilly Ehlert macht seit 2020 eine Ausbildung zur Tourismus-Kauffrau in den Kaiserbädern. Zurzeit arbeitet sie im Marketing und war für uns als Blog-Redakteurin beim Event „Baltic Lights“ vor Ort. Ihren Bericht lesen Sie hier:

 

Endlich war es wieder so weit – das nördlichste Schlittenhunderennen Deutschlands fand nach zwei Jahren Corona-Pause vom 04.-06. März 2022 statt und ich war live mit dabei. Das Charity-Event Baltic Lights wurde dieses Jahr bereits zum vierten Mal in den Kaiserbädern zu Gunsten der Welthungerhilfe durchgeführt. Prominente, Musher und natürlich viele Schaulustige reisten aus ganz Deutschland und sogar darüber hinaus an, um an diesem besonderen Event am Strand der Insel Usedom teilhaben zu können.

Freitagnachmittag:

Auf meinem Weg zum separierten Musherplatz konnte ich die Huskys schon von weitem hören. Ihr Hundegesang lag wohl ganz Heringsdorf in den Ohren und je näher ich kam, desto lauter wurde es. Als ich nun vor ihnen stand, konnte ich ihre Aufregung nicht nur hören, sondern auch sehen. Von links nach rechts hüpfend, konnten die Hunde es kaum noch abwarten ihre Bestleistung für die Rennen in den nächsten Tagen zu zeigen. Zwischen den ganzen Huskys entdeckte ich hin und wieder einen Border Collie, welcher mir auf den ersten Blick ein wenig fehl am Platz zu sein schien. Doch das ist ganz und gar nicht der Fall, denn die meisten Musher setzen diese Rasse als Leithund ein und somit hat dieser Hund sogar die wichtigste Rolle. Wussten Sie das?

So langsam machte ich mich auf den Weg zum Strand, um die Eröffnung mit spektakulärer Feuershow nicht zu verpassen. Unterwegs konnte ich schon die ersten Trainingsrennen beobachten, wodurch meine Vorfreude auf die nächsten Tage immer größer wurde. Unten am Strand herrschte eine entspannte und lockere Atmosphäre, wofür unter anderem die Band „Boogie Rockets“ mit ihrer Livemusik – einer Mischung aus Boogie-Woogie, R’n’B und Soul – sorgte. Menschen versammelten sich an den vielen Feuerschalen, um sich bei den eisigen Temperaturen aufzuwärmen oder die Leckereien der verschiedenen Food Trucks zu genießen.

Um 19 Uhr eröffnete Till Demtrøder mit den Worten „Ein Hauch von Alaska auf Usedom!“ offiziell das Event. Trotz angemessener Kleidung spürte ich fortschreitende Kälte in mir aufsteigen und fand seine Aussage so ziemlich zutreffend. Nach der Livemoderation folgte direkt die Feuershow mit teilweise dramatischer, aber auch heiterer Musik. Quasi als krönender Höhepunkt leuchtete der Schriftzug „Baltic Lights“ in feuerrot vor der lebendig tosenden Ostsee. Mit so einem Opening konnten die nächsten Tage nur spannend und aufregend werden.

Samstag:

Heute ging ich schon früh los, um den Start des ersten Teams nicht zu verpassen. Das Veranstaltungsgelände war bereits gut besucht, aber ich konnte mir noch einen schönen Platz sichern, um das Spektakel zu beobachten. Bevor das erste Rennen startete, wurde die Strecke nochmal mit einer Walze verdichtet. Zumindest so gut, wie es bei dem feinen Strandsand der Ostseeküste gehen kann. Währenddessen konnte der erste Musher des Tages, André aus Bayern, seine sechs Huskys kaum noch zurückhalten. 3-2-1 und los gings! Und so schnell wie sie weg waren, sind sie auch schon wieder zurück gewesen, denn die Strecke bis nach Ahlbeck ist nur wenige Kilometer lang. Im Vergleich zu den Wegen, die die Hunde normalerweise zurücklegen, ist das ein Klacks, doch man sollte den weichen Sand als Erschwernis nicht unterschätzen. Aber Musher André empfand die Strecke sowie die Voraussetzungen als einwandfrei, wie er danach im Interview mitteilte. Um das Gespann zu verfolgen, musste mein Blick auch nicht in die Ferne schweifen, da das ganze Rennen mit Action-Cams und Drohnen via LED-Leinwand für die Zuschauer übertragen wurde. Und wer nicht vor Ort sein konnte, oder keines der begehrten, auf 1500 Stück limitierten, Tickets ergattern konnte, der hatte in diesem Jahr zum ersten Mal die Möglichkeit, das komplette Event per Livestream zu verfolgen.

Zu Baltic Lights kommen generell aber nicht nur professionelle Musher mit ihren Schlittenhunden, sondern ich traf auch privat angereiste Hundebesitzer mit ihren Huskys, wie beispielsweise die Tiere Kaya und Sky aus Osnabrück, die ihren Artgenossen lieber zusahen, mit mir posierten und die Streicheleinheiten genossen.

Als die Rennen kurz pausierten, wollte ich noch einmal zum Musherplatz, um ein paar mehr Informationen über die Teams zu erfahren. So kam ich mit dem Team „Bingiesser“ aus der Nähe von München ins Gespräch. Auf ihrem Weg in die Kaiserbäder hatten sie einen Zwischenstopp in Leipzig eingelegt, denn die gesamte Strecke an einem Stück zu fahren, ist mit den zehn Hunden doch etwas zu weit. Mit den Huskys der Bingiessers trat das Promi-Team um Model Franziska Knuppe, der gebürtigen Rostockerin, an. Während ich mich mit dem Team unterhielt, heulten die Hunde lautstark, denn sie hatten den Trainingswagen samt Zuggeschirr schon entdeckt und waren schon „ganz heiß auf das Rennen“, so Christian Bingiesser. Durch das Hin- und Herspringen hatten sich die Huskys auch schon aufgewärmt, so wie es richtige Sportler vor dem Wettkampf eben auch tun. Als dann mit dem Anspannen begonnen wurde, steigerte sich die Aufregung immer mehr, denn „endlich“ war das Bingiesser-Team an der Reihe. Mit ihren Hunden Blueberry, Strawberry, Nanuk und Petterson belegte es schlussendlich in der 4-Hunde-Klasse den zweiten Platz. Übrigens, bei dem ganzen Event steht allgemein das Wohl der Tiere im Vordergrund und Herr Bingiesser war der Meinung, dass es den Hunden hier an der Ostsee hervorragend geht.

Als ich gerade wieder den Strand hinauf in Richtung Düne gehen wollte, sah ich Gerit Kling, die deutsche Schauspielerin und Synchronsprecherin. Gleich sollte sie an der Reihe sein, doch sie nahm sich noch einen kleinen Moment Zeit für ein Foto mit mir. Und dann musste sie auch schon an den Start. Sichtlich erschöpft kam sie wieder im Ziel an und musste erst einmal kurz Luft holen. Im Interview danach wurde deutlich, dass so eine Runde viel anstrengender ist als es aussieht.

Das Highlight der Rennen am Samstag war ein Gespann mit sage und schreibe 14 (!) Hunden von einem Musher, der aus der schönen Schweiz die wohl weiteste Anreise hatte. Zur Überraschung aller, ging Simone Thomalla mit an Bord. Mit einer wahnsinnigen Geschwindigkeit schoss das Gespann los und war blitzschnell wieder zurück – bei einer Zugkraft von mehr als 3 Tonnen auch kein Wunder.

Die Biike brennen am Samstagabend war das perfekte Ereignis, um den Tag ausklingen zu lassen. Ursprünglich ist dies eine Tradition aus Nordfriesland, welche jedes Jahr am 21.Februar in Schleswig-Holstein stattfindet, doch das große leuchtende Feuer passt auch perfekt hier an die Ostseeküste der Insel Usedom.

Am Ende kamen bei dem Event Spenden in Höhe von insgesamt 45.000 € zusammen...

Sonntag:

Am letzten Veranstaltungstag fanden die finalen Rennen mit dem Mushern und den Prominenten statt. Trotz des ereignisreichen gestrigen Tages waren alle Beteiligten voller Tatendrang und gaben noch einmal ihr Bestes. Nach erfolgreicher Durchführung der Rennen wurden feierlich die Sieger gekrönt. Na, wissen Sie wer gewonnen hat? Am Samstag haben wir schon von dem Team Bingiesser erfahren, dass Franziska Knuppe sich beim Training sehr gut angestellt hat – und sie war tatsächlich die Siegerin der Damen. Da hat das Team Bingiesser mit ihren Huskys ganz schön abgeräumt!

Als Highlight des Tages warf sich Hendrik Duryn, der zum Sieger der Herren gekürt wurde, mit historischer Bademode von Jürgen Kraft in Schale. Bei vier Grad Wassertemperatur sprang er furchtlos in die Ostsee. Hut ab! Ich hätte mich bei diesem eisigen Wetter nicht ins Wasser getraut.

Am Ende kamen bei dem Event Spenden in Höhe von insgesamt 45.000 € zusammen, wovon allein das Unternehmen „Transport Overseas Group“ 15.000 € gesponsort hat. Wow, was für ein Erfolg! 15.000 € der Gesamtsumme kommen in diesem Jahr aus aktuellem Anlass der Ukraine zugute.

Obwohl Baltic Lights 2022 aufgrund der gegenwärtigen Umstände etwas anders und kleiner ausgefallen ist als die Jahre zuvor – war es mindestens genauso schön. Es herrschte eine regelrecht familiäre Stimmung und nach zwei Jahren kehrte auch ein Stück Normalität am Usedomer Veranstaltungshimmel ein.

Mein Fazit: Die Veranstalter Till Demtrøder, Geschäftsführer der Firma „ExperiArts Entertainment“, und der Kurdirektor Thomas Heilmann, Leiter des Eigenbetriebes der Kaiserbäder Insel Usedom, können stolz auf den Verlauf dieser exklusiven Veranstaltung sein!