Ausstellungen

Kunst-Genuss

Es sei dieses besondere, einzigartige Licht, das die Gesichter der alten Villen zeitlos schön mache, sagen Künstler aller Couleur immer wieder. Und es sind ihrer viele, die über die Zeiten ihr Herz an die Kaiserbäder verloren oder in ihnen ihre Muse gefunden haben, der sie mit Hingabe an die Malerei und Bildhauerei in den kraftvollsten Farben und ausdrucksstärksten Formen ihre Liebe zu beweisen suchten. So wie der deutsch-amerikanische Maler Lyonel Feininger, der zwischen 1908 und 1912 geradezu besessen alltäglich eine der schönsten aller Bädervillen, die Villa Oppenheim, porträtierte. Bis heute ist die Anziehungskraft der Bäderarchitektur in Verbindung mit der Naturgewalt des Meeres für Kunstschaffende ungebrochen.

Freunde und Liebhaber eben jener Künste können in den Kaiserbädern Ahlbeck · Heringsdorf · Bansin in eine Vielzahl an Ausstellungen und Kultur-Stätten eintauchen. In allen drei Seeheilbädern gibt es kleine Galerien, Museen oder Kunsthäuser, in denen Werkschauen, Lesungen und auch immer wieder einmal Konzerte stattfinden.

Ahlbeck

In einem der ältesten Häuser des alten Dorfkerns von Ahlbeck, einige sagen sogar im ältesten Haus des Ortes, in einem kleinen reetgedeckten Fischerkaten verbirgt sich eine der originellsten Galerien der Kaiserbäder: Die Galerie Köpp.

Der Maler und Grafiker Volker Köpp ist Inselkind durch und durch, die Liebe zu seiner Heimat in jedem seiner Werke sichtbar. Die Weite der Landschaft, das Licht über der Ostsee, die Dünen, der Badetrubel – all das hat Volker Köpp geprägt. Bis auf den heutigen Tag sind die Motive, die das Meer und die Menschen, die daran leben ihm bieten, Hauptbestandteile seiner Malerei. Auch nach einem fünfjährigen Kunststudium in Dresden und der Ausreise aus der DDR zog es den Insulaner nach der Wende wieder zurück in seine Heimat an die Ostsee.

In allen klassischen Themen der Malerei lebt Köpp sich künstlerisch aus: Akt und Porträt, Gruppenbildnisse, Stilleben, Häuser und Straßen, Landschaft. Mal kraftvoll farbig. Mal in gedämpften Tönen. Mal erinnern seine Bilder an die neue Sachlichkeit, mal an den Kubismus. Köpps Blick jedoch ist unverkennbar der eines Menschen von hier. Denn wer die Insel so aufmerksam beobachtet wie er, kann sie ebenfalls sehen, die Baumpfleger, die in jedem Frühjahr die Weiden entlang der Promenade beschneiden, die langen Stangen mit den roten Fähnchen, mit denen die Fischer allmorgendlich ihre Netze abstecken, die Straßenschluchten, an deren Ende sich in einem kleinen Ausschnitt das Meer zeigt. Köpp malt seine Heimat so wie sie ist. Nichts wird beschönt. Nichts um des Gefallens gemalt. Verfall und Trostlosigkeit werden neben die Noblesse und den Charme der Kaiserbäder gestellt.

2002 kaufte Köpp den alten Fischerkaten im Ortszentrum, sanierte ihn und eröffnete 2006 darin seine Galerie. Ein wenig versteckt gelegen, gelangt man von der Promenade aus am Hotel Ostende, wo die Dünen- in die Strandstraße mündet, auf einen Parkplatz. Von dort führt der Fischerweg direkt bis zu dem denkmalgeschützten Häuschen, der Galerie Köpp.

 

 

Heringsdorf

Er ist eine recht eigenwillige Konstruktion – der gläserne Rundbau des Heringsdorfer Kunstvereins direkt an der Promenade. Neugierig macht er die Vorbeischlendernden und –fahrenden. Denn seine großen Fensterfronten laden zum unverhohlenen Reinschauen ein.

Wäre es nach dem Wunschtraum des DDR-Starbaumeisters Ulrich Müther gegangen, hätte er zu einem Exportschlager für das westliche Ausland werden sollen. In den 1960er Jahren entwirft der für seine experimentelle Bauweise bekannte Ingenieur den Prototypen eines Ausstellungspavillons. Es sollte ein Beton-Schalentragwerk werden, bei dem eine nur hauchdünne Schale aus Beton einen großen, stützenfreien Raum überspannte. Neben Warnemünde, Saßnitz, Potsdam und dem Berliner Alex erhielt auch Heringsdorf einen solchen Glaspavillon. 51 Meter im Umfang, 4,60 Meter hoch – steht er heute unter Denkmalschutz.

Am 21. August 1970 wurde der Kaiserbadbau mit seiner avantgardistischen Dachkonstruktion mit einer Ausstellung von neun auf der Insel Usedom ansässigen Künstlern eröffnet. Seine offizielle Einweihung erhielt der Pavillon allerdings erst 1971 mit einer Ausstellung von Otto Niemeyer Holstein anlässlich seines 75. Geburtstages. Nach der Wende gründete ein Teil der Künstler der ersten Stunde zum Weiterbetrieb des Kunstraumes den Kunstverein Usedom e.V.. Zu den Vereinsgründern gehörten unter anderem die Künstler Matthias Wegehaupt, Sabine Curio, Oskar Manigk, Peter Dulke, später Ricarda Horn und Volker Köpp.

Heute ist der Heringsdorfer Kunstpavillon ein begehrter Ausstellungsort für Künstler aus ganz Deutschland und darüber hinaus. Bekannte Künstler haben hier bereits Werke präsentiert: Matthias Wegehaupt, Oskar Manigk, Eva-Maria Hagen, Wolf Biermann, Strawalde, Siegfried Krepp, Peter Makolies, Volker Köpp, Peter Graf, Jörg Bach und viele mehr. Neben den Ausstellungen veranstaltet der Kunstverein im Pavillon auch Lesungen und Konzerte. Und einmal im Jahr treffen sich Kunstliebhaber und Kunstsammler auf der Heringsdorfer Kunstauktion, um miteinander über ihr Lieblingsthema ins Schwärmen zu geraten und natürlich auch, um das eine oder andere Werk eines bekannten Künstlers zu ersteigern.

 

 

In nächster Zeit finden Sie hier unsere Veranstaltungen für 2018, bis dahin schauen Sie bitte in den Veranstaltungskalender.

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