Künstler der Kaiserbäder – Volker Köpp


Künstler der Kaiserbäder – Volker Köpp

Die Insel Usedom ist reich. Reich an Strand, an Sonne, Badegästen, Saisonurlaubern, normalen Einwohnern und Künstlern. Tatsächlich leben auf der Insel Usedom etliche von Letztgenannten, die sogar überregional bekannt sind. Würde man jetzt eine Aufzählung starten, dann ist die Gefahr jemanden unerwähnt zu lassen ziemlich hoch, also rücken wir heute wahlweise einen waschechten Ahlbecker Maler und Grafiker in den Fokus – Volker Köpp.

Nachdem er 1953 in Usedom geboren und in Ahlbeck zur Schule gegangen ist, erlernt er vorerst einen forstwirtschaftlichen Beruf, dem der Wehrdienst in Peenemünde und Garz folgt. Der dann Zwanzigjährige geht anschließend nach Cottbus, um dort als Theaterrequisiteur zu arbeiten. Mit den völlig neu gewonnenen Erfahrungen beginnt Köpp 1976 ein Hochschulstudium für Malerei und Grafik in Dresden, das er 1981 mit einem Diplom abschließt. Köpp folgt seiner inneren Stimme und kehrt zurück. Vermutlich weiß er die besonderen Lichtverhältnisse am und über dem Meer, Einsamkeit und Sommerhektik, Badebetrieb und Verlassenheit, Weite und Landschaft sehr gut zu schätzen. Und er gilt als sehr begabt. So verwundert es nicht, dass der verhältnismäßig junge Köpp schon 1981 eine eigene kleine Galerie in Ahlbeck öffnen kann und als Maler und Grafiker arbeitet.

Was er malt? Im Prinzip alles, was der “klassische” Themenkatalog vorgibt: Landschaften, Radierungen und Ölgemälde, Stadtansichten, Stillleben, Gruppenbildnisse und Akte und Porträts.

“Da läßt manches an Neue Sachlichkeit denken, da werden Konturen durch kräftige Linien betont. Dann gibt es Bilder, deren Aufbau von Anklängen an Kubismus geprägt ist. Hier wird aber nicht

“schön gemalt”, um Gefälliges zu produzieren, Tristesse und Zerfall werden aufgezeigt, ohne jedoch mit Penetranz diese so aktuellen Stimmungen in den Vordergrund zu schieben, Wehmut und Nachdenklichkeit, nicht Aggressivität, werden geweckt. Es sind Werke mit denen man leben kann, in denen die ästhetischen Reize und der Inhalt in einem idealen Verhältnis zu einander stehen.”

(Dr. Manfred Meinz, Ausstellungskatalog der Kunsthandlung Th. Hülsmeyer, Osnabrück)

Das geht so bis 1989, als Köpp sich entschließt über Prag auszureisen und anschließend bis 1993 in Osnabrück als Werbegrafiker und Dozent zu arbeiten. Die Sehnsucht zur Insel hat den Künstler auch in dieser Zeit nicht verlassen und so kehrt er 1993 zurück. Er will seinem Bruder bei dem Aufbau eines Hotels helfen und als dieser mit seinem Plan scheitert, kommt Köpp das weiße Haus in der Talstraße sehr gelegen, eine denkmalgeschützte Fischerkate. 2002 kann er sie ankaufen, so dass 2004 die eigene Galerie Eröffnung feiert. Vorbilder zur direkten Orientierung hat der Künstler nicht, er glaubt daran, dass man sich im kreativen Prozess quasi immer wieder neu erfindet, vorausgesetzt, man ist offen dafür.

Seitdem bereichert Volker Köpp mit seinen Werken nicht nur unsere Insel, sondern auch das Ausland, wie die Schweiz oder die USA. Gekauft werden seine Werke nicht nur bei spontanem Gefallen, sondern auch gern auf Empfehlung. Also – schauen Sie doch mal vorbei in der Ahlbecker Talstrasse, es lohnt sich in jedem Fall.

Weitere Informationen gibt es hier.

Fotos © Volker Köpp

 

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