Spuren der Geschichte (1) – Lyonel Feininger


Spuren der Geschichte (1) – Lyonel Feininger

Wer hat nicht schon von ihm gehört? Dem berühmten Maler und Grafiker Lyonel, eigentlich Léonell, Feininger. Der Sohn des deutschen Ehepaares Karl Feininger, Geiger, und Elizabeth Cecilia Feininger, Sängerin, wurde 1871 in New York geboren. Die schönen Künste wurden ihm also schon in die Wiege gelegt. Doch schon bald zog es die Familie nach Deutschland zurück. Hier nimmt der Lauf einer einzigartigen Lebensgeschichte seinen Anfang.

Lyonel Feininger mit seinem Cleveland-Fahrrad; Quelle: Gemeinde Benz „Papileo auf Usedom“, 2010, S. 1
Feiningers Route durch die Kaiserbäder; Quelle: Gemeinde Benz „Papileo auf Usedom“, 2010, S. 18

 

 

 

 

 

 

 

 

Nummer 29: Der sogenannte Feininger Blick
Nummer 30: Die Heringsdorfer Seebrücke
Nummer 31: Die Villa Oppenheim
Nummer 32: Das Haus Zander
Nummer 33: Der Heringsdorfer Bahnhof
Nummer 34/35: Der Ahlbecker Strand
Nummer 36: Die Ahlbecker Kirche

Feiningers Blick auf die Heringsdorfer Seebrücke
Feiningers Villa Oppenheim
Feiningers Strand in Ahlbeck

 

 

 

 

 

 

Quelle: Gemeinde Benz „Papileo auf Usedom“, 2010, S. 110, 116, 124

Feininger hat das lebenslange Lernen zu seinem Motto gemacht. Er wird an der„Königlichen Akademie“ in Berlin angenommen, besucht das „Collège Saint Servais“ in Lüttich und studiert im „Atelier Colarossi“ in Paris. Er arbeitet als Karikaturist für verschiedene Zeitschriften, als Expressionist im Rahmen der „Berliner Secession“, als Meister der Formlehre am „Bauhaus“ und als Mitgründer der „Die Blaue Vier“.

Im Jahr 1892 unternimmt Feininger seine erste Reise an die Ostsee, die ihn fortan immer wieder anzieht, inspiriert und beflügelt. 1908 besucht er die Insel Usedom – bis in das Jahr 1921 hinein, erkundet er die Gegend um das Seebad Heringsdorf mit seinem Fahrrad. Es war die Zeit, als Heringsdorf noch als “Nizza der Ostsee” bekannt war: Heringsdorf war zu einem mondänen Seebad herangewachsen – mit prunkvollen Bädervillen, pompöser Pferderennbahn und fulminanten Hotels.

Auf seinen Reisen entlang der Küste und im Hinterland sucht er stets und ständig nach neuen Motiven und Orten, die er malen und kartographieren kann. Darunter tauchen jedoch Villa Oppenheim, die Windmühle am Gothensee, die Eisenbahnbrücke in Neuhof sowie der Ahlbecker und Heringsdorfer Strand als wiederkehrende Motive auf.

Ahlbecker Strand
Heringsdorfer Seebrücke
Ahlbecker Strandleben

 

 

 

 

Urheber der Fotos: Hans-Jürgen Merkle

Doch bereits im Jahr 1918 werden seine Besuche des Seebades Heringsdorfs seltener: Als amerikanischer Staatsbürger im kriegsführenden Deutschland zog er sich aus der Öffentlichkeit vorerst in den Harz zurück, bis er ein Jahr später schließlich an das “Bauhaus” berufen wird. Mit dem Aufstieg der Nationalsozialisten, wird Feininger bereits 1937 als “entarteter Künstler” diffamiert. Daraufhin siedelt er nach New York, USA, über. Im Exil löst er sich in seinen Bildern zunehmend von der Erinnerung an seine Heimat, seine Arbeit ist verstärkt von der urbanen Landschaft Manhattans geprägt.

1956 stirbt er schließlich im Alter von 84 Jahren in New York – doch auch er hat seine künstlerische Ader an seine Kinder weitervererbt.

Ahlbecker Seebrücke
Ahlbecker Strand
Heringsdorfer Seebrücke

 

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