Bauwerke der Superlative – die Seebrücken der Kaiserbäder


Bauwerke der Superlative – die Seebrücken der Kaiserbäder

Das Gesicht in der Brise, über das Meer spazierend, mit Wind in den Haaren – die drei Seebrücken der Kaiserbäder haben alle ihren eigenen Charme und eine Gemeinsamkeit: Ein unvergessliches Panorama über den Strand und die Bäderarchitektur, begleitet vom Rauschen der Wellen und dem Kreischen der Möwen.

Die Heringsdorfer Seebrücke – die längste ihrer Art

Im Jahr 1891 wird, im Auftrag der Aktiengesellschaft Seebad Heringsdorf, der Bau einer aus Holz errichteten Seebrücke in Angriff genommen. Die sogenannte Kaiser-Wilhelm-Brücke, die eine stattliche Länge von 500 Metern misst, wird feierlich per Kabinettsorder getauft. Zunächst wurde der Seesteg errichtet, bevor zwei Jahre später die türmchenreichen Aufbauten und säulenartigen Gebälke entstehen, die Geschäfte und Restaurants beherbergten. An der Spitze des Seestegs, dort wo sich heute die futuristische Pyramide befindet, war einst eine Aussichtsplattform, von der Dampfschiffe nach Swinemünde, Stettin, Rügen und Bornholm abfuhren. 1902 erhält die heute längste Seebrücke Deutschlands einen seitlichen Anbau, auch Odinbrücke genannt, damit ebenso imposante Dampfer wie “Frigga”, “Rugard” und “Odin” in Heringsdorf an- und ablegen können.

 

 

 

Urheber der Fotos: Hans-Jürgen Merkle

Während des zweiten Weltkrieges wird die Seebrücke weder gehegt, noch gepflegt – sie verfällt zunehmend. Durch ein offenes Feuer von Anglern im Jahr 1954 brennt die marode Holzkonstruktion schließlich wasserseitig ab, vier Jahre später brennt sie vollends nieder. 40 Jahre später soll Heringsdorf wieder eine Seebrücke erhalten, etwa 50 Meter neben ihrer Vorgängerin. Diese, 1995 eingeweiht, sucht sie an Reichweite ihresgleichen – keine Seebrücke Deutschlands vermag ihre Gäste soweit auf das Meer hinaustragen wie die Heringsdorfer Seebrücke.

 

 

 

 

Die Ahlbecker Seebrücke – die älteste ihrer Art

Unsere alte Dame, Schauplatz für unzählige Filme, wurde bereits 1898 eingeweiht. Neben einer Rolle in der 1991 veröffentlichten Fimkomödie “Pappa ante portas” mit Loriot in der Hauptrolle, diente die älteste Seebrücke Deutschlands als Kulisse für die Filme “Die Russen kommen” (1968) und “Jahrestage” (1999).

Urheber der Fotos: Hans-Jürgen Merkle

1941 zerstören Eismassen ihren Seesteg, der 1993 wieder aufgebaut wird, damit auch hier wieder Ausflugsschiffe an- und ablegen können. Seit 1986 steht die alte Lady unter Denkmalschutz. Heute ist die Ahlbecker Seebrücke nicht nur ein Magnet für Touristen, sondern ein beliebtes Fotomotiv.

 

 

 

 

 

Der Bansiner Seesteg – der puristische unter den Dreien

Schon zur Gründerzeit Bansins, damals noch Banzino genannt, gab es bereits einen kleinen aber feinen Seesteg im Ort. Dieser existierte bis nach dem Zweiten Weltkrieg, wurde folglich allerdings aufgrund von maroden Zuständen und defizitären Mängeln abgetragen.

Urheber der Fotos: Hans-Jürgen Merkle

Im Gegensatz zu den Schwestern in Ahlbeck und Heringsdorf, weist der Seesteg in Bansin weder Land-, noch Brückengebäude auf. Dennoch ist der Ausblick einzigartig und steht seinen Geschwistern in nichts nach: Vom Kopf des Seestegs genießt man einen Weitblick über die markante und prachtvolle Bäderarchitektur, die gerade in Bansin noch besonders dicht und ausgesprochen elegant erscheint.

 

 

 

 

Welche Seebrücke hat es euch besonders angetan?

 

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