Bäderarchitektur
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Bäderarchitektur entdecken
Schon die Berliner Schickeria zog es im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert auf das Eiland und in die Kaiserbäder. Der Adel, das gehobene Bürgertum, Beamte, Künstler, Gelehrte, Unternehmer und Bankiers konnten dem maritimen Charme, dem feinen Sand und der salzigen Brise nicht widerstehen. Herrschaften mit Rang und Namen und bedeutende Unternehmer ließen sich in Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin Villen, Pensionen oder Hotels in den Formen des Klassizismus, der Neurenaissance, des Neubarocks, des Jugendstils oder in einem „Stilmix“ erbauen.
Noch heute stehen die Stilikonen der Bäderarchitektur, mit ihren weiß getünchten Fassaden, kleinen Türmchen, geschweiften Giebeln und filigranen Ornamenten, wie Perlen auf einer Kette aufgereiht. Flaniert man über die kilometerlange Promenade von Seebrücke zu Seebrücke, spürt man noch immer den Glanz der Vergangenheit der Kaiserbäder.
Die Bauten der Bäderarchitektur erinnern an Zeiten, als noch Kutschen durch die Gassen zogen, der Kaiser persönlich auf Stippvisite kam, noch Herren-, Damen- und Familienbäder existierten und man noch im Badekleid das kühle Nass betrat.
Schon damals galt die „Grand Dame“ in Ahlbeck, die älteste Seebrücke Deutschlands, als Besuchermagnet. Und auch heute noch führen ihre hölzernen Planken wie schwerelos über die seichte Brandung der Ostsee.
Und weil wir unserer Vergangenheit mit Stolz begegnen, feiern wir sie auch entsprechend: Bei der jährlichen Woche der Bäderarchitektur werden die besonderen Bauten von allen Seiten beleuchtet – mit Vorträgen, Filmen, Führungen, Rundgängen, Musikabenden, Lichtilluminationen, Malkursen, Dokumentationen und Windinstallationen.
Juwelen der Bäderarchitektur
Mit den vielen Säulen und Erkern, Türmchen und Balustraden, Stuckverzierungen und Freitreppen erinnern die Bauten der Bäderarchitektur an eine vergangene Welt. Die Fantasie der Auftraggeber und Architekten zu Zeiten des letzten deutschen Kaisers schlug wohl Purzelbäume, als sie die Ideen für die prächtigen Villen entwickelten. Ob Sommerresidenz in klassizistischen, historisierenden oder Jugendstil-Formen – alle Bauten sind Zeugen einer historischen Epoche, die für die Kaiserbäder zu einem wertvollen kulturellen Erbe geworden ist.
Prägend für die Kaiserbäder sind aber auch die ab dem Ende des 19. Jahrhunderts aus Fertigteilen errichteten Holzbauten nach dem Vorbild Schweizer Bauernhäuser oder nordisch-wikingischer Bautraditionen. Viele von ihnen wurden von der Wolgaster Aktiengesellschaft für Holzbearbeitung gefertigt, die als älteste deutsche Firma in der Produktion von Fertigteilbauten aus Holz gilt und bereits vor 1900 die Produktion transportabler Häuser aufnahm.
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Mehr InformationenVillen Carmen und Niedermeyer
Diese beiden Häuser verkörpern unterschiedliche Bau- und Stilmerkmale, die für die Bäderarchitektur typisch sind. Sie üben seit jeher eine besondere Anziehungskraft auf die Besucher aus. Die kunstvolle Stuckfassade der Villa Carmen ist ein wahrer Blickfang und trägt zur Schönheit der Umgebung bei. In der Villa bezogen auch einige Berühmtheiten ihr Sommerquartier, als in den 1920er und 1930er Jahren die Ufa-Filmstars Bansin für sich entdeckten. Die 1888/89 erbaute Villa Gradehand, später als Utkiek und Villa Niedermeyer bezeichnet, ist indessen ein schönes Beispiel für ein Fertigteilhaus aus Holz nach dem Vorbild nordischer Bautraditionen.
© KaiserbäderTourismusService GmbH
© KaiserbäderTourismusService GmbH Villa Hintze
Hotel Meereswelle
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© © KaiserbäderTourismusService GmbH Seebrücke Ahlbeck
Ahlbecker Hof
© © Seetel Hotels
© Kadur Illustrationen Villa Oppenheim
Der Berliner Bankier Benoit Oppenheim ließ sich direkt an der Strandpromenade eine der schönsten Bäderarchitektur-Villen Heringsdorfs nach dem Vorbild von Bauten des berühmten italienischen Renaissance-Architekten Andrea Palladio errichten. Die Anfang der 1870er Jahre entstandene Villa wurde zu einem Lieblingsmotiv des deutsch-amerikanischen Malers Lyonel Feininger, der sie zwischen 1908 und 1912 immer wieder skizziert und später auch in Holzschnitten wiedergegeben hat.
Residenz Bleichröder
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© KaiserbäderTourismusService GmbH Villa Irmgard
Auf dem massiven Schreibtisch ein aufgeschlagenes Notizbuch, vollgeschrieben mit Gedanken, Ideen, Visionen; aus dem ersten Stock perlen leise Klavierkaskaden die alte, schiefe Holztreppe hinunter – die zweigeschossige Villa Irmgard entführt ihre Besucher auf eine Zeitreise mitten hinein in das Leben eines der bekanntesten russischen Schriftsteller des beginnenden 20. Jahrhunderts. Maxim Gorki hatte hier 1922 mehrere Monate gelebt, gearbeitet und sich erholt. Im heutigen Museum Villa Irmgard finden wechselnde Ausstellungen und Veranstaltungen statt.
Café Asgard
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© KaiserbäderTourismusService GmbH Weißes Schloss
Villa Oechsler
Die Villa, die 1883 in neoklassizistischen Formen erbaut wurde, gehörte dem Kommerzienrat und Unternehmer Hermann Berthold. Im Dreiecksgiebel des Portikus sind in einem Mosaik badende Grazien, ein typisches Motiv der Renaissancekunst, dargestellt. Es stammt aus der Werkstatt von Antonio Salviati in Murano. Die Villa hat eine wechselhafte Geschichte hinter sich, so gab es vor 1945 gleich eine ganze Reihe verschiedener Eigentümer. Der heutige Name geht zurück auf die Besitzerin Elise Oechsler zurück, die Ehefrau eines Nürnberger Unternehmers, die die repräsentative Sommerresidenz 1922 erworben hatte.
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© KaiserbäderTourismusService GmbH Villa Staudt
Alte Villa
© Pineblue Villas
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Unsere Zeitzeugen
Die Zeitzeugenreihe der Kaiserbäder ist ab 2023 entstanden und umfasst 10 Videos. Jedes Video dokumentiert auf seine eigene Weise die spannende und facettenreiche Geschichte der Kaiserbäder. Manche Videos werden von Historikern und Experten kommentiert, in wieder anderen stehen die Bilder und Musik im Vordergrund. Passend zum Thema der Bäderarchitektur sind in der Zeitzeugenreihe der Kaiserbäder jeweils ein Video zur Residenz Bleichröder und der Villa Irmgard entstanden.
Residenz Bleichröder
Mit ihren Säulen und Erkern, Türmchen und Balustraden, Stuckverzierungen und Freitreppen erinnern Repräsentativbauten wie die Residenz Bleichröder an längst vergangene Zeiten. Die Fantasie der Berliner Aristokratie und Elite zu Zeiten des letzten Deutschen Kaisers schlug wohl Purzelbäume, als sie die prächtigen Villen entwarfen. Ob Sommerresidenz im Klassizismus, Herrenhaus im Jugendstil oder Märchenschloss im Barock. Sie alle sind Zeugen einer historischen Epoche, die für die Kaiserbäder zum kulturellen Erbe geworden ist.
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Mehr InformationenMaxim Gorki
Am 22. September 1922, verließ Maxim Gorki nach 4-monatigem Aufenthalt das Seebad Heringsdorf. Wir erinnern an den russischen Schriftsteller und Aktivisten, der sich mit dem Eintrag „Und dennoch und trotz alledem werden die Menschen eines Tages wie Brüder leben“ im Gästebuch der Villa Irmgard verewigte.
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Mehr InformationenVeranstaltungshighlight: Woche der Bäderarchitektur 2026
© KaiserbäderTourismusService GmbH - 06. - 13. September 2026
- Kaiserbäder
Woche der Bäderarchitektur
Weil wir unserer Vergangenheit mit Stolz begegnen, feiern wir sie auch entsprechend – bei der Woche der Bäderarchitektur. Mit Vorträgen, Filmen und Führungen, Rundgängen, Musikabenden und Lichtilluminationen, Malkursen, Dokumentationen und Windinstallationen.